ufa. Sport, Spaß und Spiel standen wie stets im Vordergrund des Gaukinderturnfestes in Wilferdingen, dem größten alljährlichen Breitensportereignis für Kinder von sechs bis 15 Jahren im Turngau Pforzheim-Enz. Knapp 400 Mädchen und rund 150 Buben aus 21 Vereinen hatten ihre Meldungen abgegeben, um mit unterschiedlichem Temperament und Können um Medaillen, Urkunden und Teilnehmerplaketten zu kämpfen.
Sehr differenzierter Beliebtheit erfreuten sich die 34 ausgeschriebenen Wettkämpfe. So hatte etwa der gemischte Fünfkampf der 14- bis 15-jährigen Mädchen (Sprung, Barren, Boden, Schlagball, 75-Meter-Lauf) nur eine Teilnehmerin, der gemischte Fünfkampf der Jahrgänge 95/96 dagegen 25. Ronja Langkabel, TV Eisingen, siegte überlegen und stellte als hervorragende Leichtathletin auch an den Geräten ihr Talent unter Beweis. Den Geräte-Vierkampf der Zehn- und Elfjährigen dagegen gewann Michaela Joseph, TV 1834 Pforzheim, unter beachtlichen 51 Teilnehmerinnen. Rekordzahlen bei durchweg allen Wettkämpfen stellten indes die Acht- bis Neunjährigen. So hatte im gemischten Wettkampf der Mädchen Cassandra Heiß, TG Stein, unter 57 Konkurrentinnen die Nase vorn, im Geräte-Vierkampf dominierte Carolyn Klaus, TB Wilferdingen unter 58 Mädchen. Und beim mit 19 Teilnehmern bestbesetzten Wettbewerb der Buben, einem gemischten Vierkampf, stand Jan Mörgenthaler vom TV Ersingen ganz oben auf dem Treppchen. Mit 17 Teilnehmern war in dieser Altersgruppe auch der Geräte-Pflicht-Vierkampf recht gut besetzt.
Hier verwies Jona Nagel, TV Nöttingen, die
Konkurrenten auf die Plätze. „Ein gemischter Wettkampf ist besser, weil
man dann auch aus der Turnhalle raus kommt und sich draußen so richtig
bewegen kann“, waren sich die Ersinger Buben Brian, Keanu und Dominik
einig. „Ballweitwurf und Rennen, das sollte auch ein Turner können,
denk' ich“, meinte Brian. Schon früh am Morgen hatten sich die
Verantwortlichen um Gaujugendfachwart Karsten Bickel des unsicheren
Wetters wegen entschieden, alle Gerätewettkämpfe in die Halle zu
verlegen. Und so ging es bei der Begrüßung durch Thomas Grom vom
Turngau-Jugendvorstand recht eng zu, auch wenn erstmals bei einem
Gaukinderturnfest zu Beginn nur die Mädchen anwesend waren. Bevor diese
sich mit „Vorturnerin“ Barbara Shaghaghi bei einer schwungvollen
Gymnastik aufwärmen konnten, übergab Olaf Kaps von der AOK einen
Spendenscheck in Höhe von 520 Euro. So zweigeteilt, wie sich der Himmel
präsentierte – zuerst grau, ab mittags blau - war erstmals auch das
Programm: Die Wettkämpfe der Mädchen fanden ab 9.30 Uhr statt, die der
Jungen aus organisatorischen Gründen ab etwa 13 Uhr. So lief zwar alles
reibungslos, wie sich Karsten Bickel am Ende über die gut
funktionierende Zweiteilung freute, dennoch hielt sich seine
Begeisterung in Grenzen. „Dadurch sind die Mannschaftswettkämpfe und
das Spiel ohne Grenzen komplett weggefallen“, bedauerte er. Zwar hat es
zur Überbrückung von Wartezeiten zwischen Wettkampfende und
Siegerehrung die Spielstraße mit allerlei lustigen
Geschicklichkeitsspielen gegeben, was überwiegend von den Mädchen
wahrgenommen wurde, aber das ganze große Gemeinschaftserlebnis hat
nicht nur Siegfried Guigas vom TV Nöttingen vermisst. „Mit allen
gemeinsam ist es einfach schöner.“
Zum Thema
Dass nur wenige Vereine in der Lage sind, solche
Großveranstaltungen wie ein Gaukinderturnfest auszurichten, wissen
nicht nur Karsten Bickel und die Turngauvorsitzende Sonja Eitel.
(Letztere freue sich übrigens besonders über das große Teilnehmerfeld
in den reinen Gerätewettbewerben). Für Ulrike Hohmann, die Vorsitzende
des TB Wilferdingen, wäre es ohne die Trennung von Buben und Mädchen
nicht machbar gewesen. „Man braucht nahezu doppelt soviele Geräte, wenn
Buben und Mädchen gleichzeitig turnen“, so Hohmann. Auf diese Weise
hätten die Turngeräte des TBW fast gereicht. Anders sei es für einen
Verein kaum durchzuführen. Dabei ginge es nicht nur um den
Gerätetransport, sondern auch um die benötigte Ehrenamtlichen. „Es wird
immer schwieriger Helfer zu finden. Heute Abend muss alles wieder
weggeräumt sein, weil morgen früh um halb acht die Realschule wieder in
die Halle kommt.“ Neben dem kompletten Turngaujugend-Team, insgesamt 20
Kampfrichtern in der Halle, sowie etwa 15 bei den
Leichtathletikdisziplinen im Freien hatten die ausrichtenden Vereine
etliches Personal zu stellen, um einen reibungslosen Ablauf, samt
Bewirtung der Sportler und Gäste, zu gewährleisten. ufa





