Turngau Pforzheim-Enz

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

2011 Einweihung Walter-Freivogel-Platz

Drucken PDF
Der „Platz am Eck" in Keltern-Dietlingen trägt seit 28. Mai einen neuen Namen, er heißt zukünftig Walter-Freivogel-Platz. In einer feierlichen Zeremonie enthüllte Bürgermeister Ulrich Pfeifer einen Gedenkstein zu Ehren des am 27. Juli 2010 verstorbenen Walter Freivogel, Träger des Bundesverdienstkreuzes und weltbekannter Funktionär im Turnsport.

Neben Angehörigen und Sportkameraden des ehemaligen Olympiakampfrichters würdigten ehemalige Bürgermeister und Lokalpolitiker der Weinbaugemeinde, Vertreter des Turngaus Pforzheim-Enz, Vereinsvorsitzende befreundeter Vereine mit ihrem Erscheinen das Lebenswerk des „Botschafters in weiß". Seitens des Badischen Turner-Bundes waren Präsident Gerhard Mengesdorf und der ehemalige Landesgeschäftsführer Gernot Horn zu der Feierstunde in den Enzkreis angereist. Internationales Flair verliehen die extra aus Ungarn angereisten Freundeskreis-Mitglieder der 1936-er Olympioniken und 1934-er Weltmeisterschafts-Mannschaftsteilnehmer Dr. Urvári Sándor und Lazslo Savary der Enthüllung des Gedenksteins, der nun auf turnhistorischem Territorium, dem Platz der ehemaligen Turnhalle von Dietlingen steht. Mit der Linde in unmittelbarer Nähe solle das Terrain auch als Erholungsfläche dienen, und den Bürgern von Dietlingen die Möglichkeit zum kommunikativen Austausch geben, so Bürgermeister Pfeifer. Sie liege im Herzen der Heimatgemeinde von Freivogel, genau wie das Turnen im Herzen des ehemaligen Bundeskampfrichters gelegen habe. Neben einem kurzweiligen Rückblick auf das Leben und Wirken des „grand senieur des Turnsports", blickte das Ortsoberhaupt auf die vielen positiven Auswirkungen der Tätigkeit Freivogel auf Dietlingen zurück. Besonders erfreut zeigte sich Pfeifer darüber, dass Freivogel immer seinen Idealen treu geblieben sei, und dass auch er auch neben dem Sport auch immer auch die gesellschaftliche Komponente Wert gelegt habe. Der Walter-Freivogel-Platz soll auch in Würdigung der Arbeit aller Personen im Ehrenamt dafür dienen, ein Treffpunkt zu sein um in alten Erinnerungen zu schwelgen, und neue, innovative Dinge für die Zukunft zu planen.

Für die Turngemeinde Dietlingen betonte Martin Schlittenhardt erfreut, dass zum ersten Mal in der 125-jährigen Vereinsgeschichte ein Platz nach einem Vereinsmitglied benannt wurde. Er verdeutlichte, dass man sich selbst, so wie es Freivogel auch immer tat, nicht wichtiger nehmen solle, als andere, und dass man nur in Gemeinschaft große Zeile erreichen können. Der kleine Platz, der früher „'s Eck vor d'r alte Turnhall" genannt wurde trage nun zum Andenken an einen großen Funktionär und Sportler einen würdigen Namen.

Dr. Urvari Sandor aus Budapest erwähnte stolz, dass „unser Walter" einen Namen in der internationalen Turnwelt hatte, der ewige Erinnerung verdient hat. Seine Verdienste für den Internationalen Turnverband werden unvergessen bleiben, vor allem auch in der Zeit des politischen Umbruchs, und in seinem Wirken als Kampfrichter Gerätturnen an vier Olympischen Spielen.

Der Präsident des Badischen Turner-Bundes Gerhard Mengesdorf ergriff spontan das Wort und nutze die Gelegenheit die hohe Wertschätzung des BTB-Ehrenmitglieds im ganzen Verband hervorzuheben. Der Stein solle auch als Denkmal für die Völkerverständigung dienen. Einen vergleichbaren Platz zu Ehren eines Turners gebe es in ganz Baden nicht. Das Lebenswerk Freivogels habe seinen Zweck erfüllt, und er sei sehr gerne zu der Feierstunde angereist, um dem Festakt beizuwohnen.

Bürgermeister Pfeifer dankte besonders der NSN, Natursteinwerke im Nordschwarzwald, die den Sandstein zu Verfügung gestellt hatte, der Firma Altinger Drucktechnik, welche die Gedenktafel, die an dem Stein angebracht ist, gefertigt hat, den Mitarbeitern des Bauhofes, die den Stein gesetzt haben, und nicht zuletzt seinen Mitarbeitern für die Organisation der Feierstunde. Unter tosendem Applaus verblieb dem Ortsoberhaupt die Ehre zusammen mit Martin Schlittenhardt den Gedenkstein zu enthüllen, und den Platz seiner offiziellen Bestimmung zu übergeben. Die beiden ungarischen Turnfunktionäre ließen es sich nicht nehmen, einen Kranz zu Ehren Freivogels niederzulegen.

Mit der flotten musikalischen Umrahmung durch den Akkordeon-Orchester Dietlingen und einem Stehempfang ging die würdiger und kurzweilig gestalteter Festakt zu Ende. Noch lange saßen vor allem die alten Turnkameraden zusammen, und ließen die Erinnerungen an die alten Zeiten wach werden, somit war der Walter-Freivogel-Platz schon am ersten Tag genau das, was sich Bürgermeister Pfeifer wünschte, ein Platz der Kommunikation.